Vom Umgang mit Temporalität in den Sozial- und Geisteswissenschaften

Vom Umgang mit Temporalität in den Sozial- und Geisteswissenschaften

Es gibt wohl kaum eine Gesellschaft, die nicht ihre Zeit misst und organisiert, damit die Menschen sie ausfüllen, ja bewohnen können. Und so sind die Arten sie darzustellen und einzuteilen überaus vielfältig. Das Gleiche gilt für die Geistes- und Sozialwissenschaften und insbesondere für die (europäische) Geschichtswissenschaft, die sich, in ihrer modernen akademischen Ausprägung, lange Zeit der Periodisierung der Geschichte gewidmet und die ihren Rhythmus und ihre Skandierungen zunächst anderen Disziplinen, und dann dem Rest der Welt vorgeschrieben hat. Diese Reihe von Überlegungen hat zur Gestaltung einer internationalen Tagung angeregt, aus der der vorliegende Band hervorgegangen ist. Einem sowohl interdisziplinären, als auch komparatistischen Ansatz folgend, der sich zwischen deutschen und französischen Forschungstraditionen bewegte, und überzeugt davon, dass die zahlreichen von den Geistes- und Sozialwissenschaften behandelten Zeitordnungen zum Verständnis der mannigfaltigen Zeitlichkeiten, die das kulturelle und gesellschaftliche Leben selbst durchziehen, beitragen, wollten die Organisatoren den Blick darauf richten, wie all die großen Herangehensweisen der Geistes- und Sozialwissenschaften im Einzelnen die Zeitlichkeit in Bezug auf Bewusstsein, Praxis und Gebrauch untersucht haben, d.h. ihr Untersuchungsobjekt und den Diskurs in der Zeit verankert und das benannt haben, was für eine jede dieser Disziplinen, zur Zeit gehört.

Mit Beiträgen von Aleida Assmann, Gérard Béaur, Christophe Bouton, Christoph Cornelißen, Moritz Epple, Jean-Louis Georget, Hans-Peter Hahn, Jean- Louis Halpérin, Liliane Hilaire-Perez, Richard Kuba, Gérard Lenclud, Silke Leopold, Günter Leypoldt, Judith Lyon-Caen, Thomas Maissen, Barbara Mittler, Pierre Monnet, Marie-Vic Ozouf-Marignier, Jaques Revel, Raphael Rosenberg, Martin Seel, Alessandro Stanziani, Maria Stavrinaki, Michael Stolleis, Michael Werner.