Dr. Philipp Siegert

Postdoktorand

Philipp Siegert hat in Münster, Rostock, Klausenburg (Rumänien) und Budapest studiert, bevor er im Herbst 2013 als Doktorand des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte und des IFRA/SHS nach Frankfurt kam. Während seiner Promotion war er Kollegiat des DFDK "Unterschiede denken" und, für einen Teil des Jahres 2017, Stipendiat des DHI Paris. Er hat in einem binationalen Cotutelle-Verfahren zur Staatshaftung im Ausnahmezustand (1914-1919) gearbeitet und wurde mit seiner Arbeit im Sommer 2018 von der Goethe-Universität und der École des Hautes Études en Sciences Sociales Paris im Fach Geschichte bzw. histoire & civilisations promoviert. Gegenwärtig ist er Postdoktorant an der Sorbonne Nouvelle in Paris und Mitarbeiter des internationalen ANR-DFG-Projektes "Anthropos", welches unter anderem am IFRA/SHS angesiedelt ist. 

 

Forschungsinteressen 

Sein Hauptinteressensgebiet ist die Geschichte und Gegenwart der Internationalen Beziehungen. Dieses Interesse gilt insbesondere drei Bereichen: dem strategischen Denken in der Außenpolitik, den Konzepten der Geopolitik und den Instrumenten staatlicher Destabilisierung innerhalb des Völkerrechts. 

 

Dissertation 

Gegenstand der Dissertation ist die Entwicklung des deutschen und französischen Staatshaftungsrecht im Ausnahmezustand ab 1914. Dabei wird die Doktrin und Rechtspraxis in beiden Ländern zur Frage der Verantwortung des Staates für Zerstörungen, Requisitionen und "wirtschaftskriegerische" Enteignungen untersucht. Die Entwicklung des innerstaatlichen Rechts (Staatshaftung) wird in Verbindung gesetzt mit derjenigen des Völkerrechts (Staatenverantwortlichkeit), wobei rechtshistorische, politiktheoretische und ideengeschichtliche Aspekte berücksichtigt werden. Ziel ist es, ausgehend von den Entwicklungen im innerstaatlichen Recht einen Beitrag zu der Entstehungsgeschichte der Entschädigungsbestimmungen und der neuen völkerrechtlichen Normen zur Staatenverantwortlichkeit in den Friedensverträgen von 1918 (Bukarest, Brest-Litowsk) und 1919 (Versailles) zu leisten.

 

Publikationen 

« Excès et sobriétté. Construire, pratiquer et représenter la mesure et la démesure », mit J. Beaufils / S. Carof / A. Seitz, in : Trajectoires, Nr. 10 (2016), online veröffentlicht (zum Artikel). 

Den Krieg neu denken? Penser la guerre autrement ? 1914-1918: Kriegserfahrungen und Erinnerungskulturen, mit B. Zunino, LIT 2016 (siehe Verlagsseite). 

« Mensonge et manipulation. Le faux au prisme des sciences humaines et sociales », mit J. Beaufils / C. Escher / D. Rakovsky / A. Seitz / L. Scholz, in : Trajectoires, Nr. 9 (2015), online veröffentlicht (zum Artikel). 

« Le Sonderforschungsbereich 948 :  Héros - Héroïsation - Héroïsmes », in : Revue de l'IFHA, Nr. 6 (2014), online veröffentlicht (zum Artikel). 

« L'Exzellenzcluster 212 :  Religion et politique dans les cultures de l'Antiquité aux temps modernes », in : Revue de l'IFHA, Nr. 6 (2014), online veröffentlicht (zum Artikel). 

« Van-e potenciál a német-orosz együttműködésben Hegyi-Karabah kapcsán? [Is there potential for German-Russian cooperation on the Nagorno-Karabakh Conflict?] », in : Külügyi Szemle Nr. 3/2013. Artikel auf Englisch / Artikel auf Ungarisch.  

Email: 
philipp.siegert@institutfrancais.de