„Scandinavian social democracy“, ein online-Vortrag von Yohann Aucante

„Scandinavian social democracy“, ein online-Vortrag von Yohann Aucante

16.06.2021 - 19:00 bis 20:30

 

„Scandinavian social democracy at the crossroad. What's left of the Left?“ heißt der Titel des Vortrags in englischer Sprache, der unsere Reihe „Perspektiven der Sozialdemokratie in Europa“ fortsetzt. Der französische Politikwissenschaftler Yohann Aucante beschäftig sich mit der Frage der Sozialdemokratie in den skandinavischen Ländern.

 

Der Vortrag

Die nordischen Länder Europas sind oft ein Synonym für sozialdemokratische Wohlfahrtsstaaten. Die traditionelle Linke hatte eine langanhaltende Dominanz, insbesondere in Schweden und Norwegen. Diese Parteien haben seit den 1980er Jahren zunehmend an Boden verloren und befinden sich in einem ähnlichen Dilemma wie ihre Pendants in Frankreich, Großbritannien oder Deutschland. Dennoch ist es ihnen gelungen, bei Wahlen und in der Regierung etwas bessere Positionen zu halten, mit zyklischen Comebacks, die angesichts der Entwicklung ihres ideologischen und soziologischen Profils eine gewisse Erklärung verdienen. Herausforderer sind vor allem auf der rechten Seite des politischen Spektrums mit spaltenden Themen wie der Einwanderung aufgestiegen. Ab heute übernehmen Sozialdemokraten die Exekutivgewalt in Dänemark, Finnland und Schweden. Ist die derzeitige Pandemiekrise mit ihrer Betonung der klassischen Wohlfahrt, des Gesundheits- und Sozialwesens sowie starker staatlicher Intervention ein "günstiger Kontext" für diese Parteien?

 

Der Referent

Yohann Aucante ist Inhaber des Lehrstuhls für die Erforschung des nordischen Wohlfahrtsstaates an der EHESS in Paris. Sein jüngster Aufsatz zu dem Thema ist »Paradoxes of Hegemony: Scandinavian Social Democracy and the State« (in: Socialism, Socialists and the State in Western Europe, hg. von Mathieu Fulla und Marc Lazar, Palgrave McMillan, 2020). Er ist Mitherausgeber der französischen, internationalen Zeitschrift Nordiques (OpenEdition).

 

Die Veranstaltung findet Online und im Englischen statt. Eine Anmeldung unter //www.institutfrancais.de/frankfurt-m/event/anmeldung@forschungskolleg-humanwissenschaften.de" rel="nofollow">anmeldung@forschungskolleg-humanwissenschaften.de ist erforderlich, um die Zugangsdaten zum Zoom-Meeting zu bekommen.

Der Vortrag wird ebenfalls auf dem YouTube Kanal des Forschungskollegs zu sehen sein: https://www.youtube.com/channel/UCl-9Om2GC9-BZh2tMTjVCXQ

 

Die Vortragsreihe: »Perspektiven der Sozialdemokratie in Europa«

In ganz Europa verlieren die sozialdemokratischen und die demokratischen sozialistischen Parteien seit einigen Jahren auf dramatische Weise an Zustimmung bei den Wählern. Zugleich konnten in vielen Ländern neue politische Bewegungen, häufig rechtspopulistische Parteien, große Stimmengewinne erzielen. Diese Entwicklung hat in jedem Land unterschiedliche historische, kulturelle, gesellschaftliche und politische Gründe. Dennoch liegen ihr auch gemeinsame oder ähnliche Ursachen und übergreifende Trends zugrunde.

Die Vortragsreihe analysiert in einer vergleichenden Perspektive die Gründe, die zu diesen Entwicklungen geführt haben. Sie wird auch der Frage nachgehen, ob insbesondere das transnationale Zusammenwirken innerhalb der Europäischen Union für die Sozialdemokratie die Chance bietet, zu einer neuen Rolle und Stärke zu gelangen. Angesichts der aktuellen Herausforderungen der parlamentarischen Demokratie scheint diese Frage für die anderen demokratischen Parteien und Bewegungen in Europa ebenfalls von großer Bedeutung zu sein.

Die Reihe wird wissenschaftlich geleitet von:

Matthias Lutz-Bachmann, Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften, Professor für Philosophie, Goethe-Universität

Pierre Monnet, Leiter des Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales (IFRA), Studiendirektor an der EHESS in Paris, Professor für Mittelalterliche Geschichte, Goethe-Universität

Hans-Jürgen Puhle, Professor em. für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Vergleichende Analyse liberaldemokratischer Systeme und Demokratietheorie, Goethe-Universität